häufige fragen zur rechnungsstellung

1. Dauer der abgerechneten Behandlung

 

A. Behandlung in der Praxis

Die Dauer der Behandlung (Konsultation) schliesst die Vor- und Nachbereitung des eigentlichen Konsultationstermins mit der Patientin/dem Patienten ein. Sie ist in der Regel daher länger als die tatsächliche Anwesenheit der Patientin/ des Patienten beim Arzt.

Zur Vorbereitung zählen z.B. das Durchlesen von neuen Laborwerten und neuen Arztberichten. Zur Nachbehandlung zählen unter anderem der Verlaufseintrag in der Agenda und eventuell danach durchzuführende Anweisungen an das weitergehende Personal.

 

B. Telefonische Konsultation

Bei der telefonischen Konsultation gehören zur Konsultationszeit auch unter Umständen erst später durchzuführende Einträge in die Krankengeschichte sowie die Leistungseintragungen. Auch beim Telefonat ist daher in der Regel die abgerechnete Zeit etwas länger

als das tatsächliche Telefonat.

 

C. Hausbesuch / Einsatz am Notfallort

Beim Besuch zählt die eigentliche Besuchszeit vom Eintreffen des Arztes an der Wohnung der Patientin/des Patienten bzw. am Unfallort bis zum Verlassen des Unfallortes bzw. der Wohnung zuzüglich der später durchzuführenden Einträge im Verlauf der Patientin/des Patienten und der später durchzuführenden Abrechnung. Wird die Patientin/der Patient vom Arzt ins Spital begleitet, so gilt die Besuchszeit bis zum Ende der Übergabe der Patientin/des Patienten an den Spitalarzt. Zur Besuchsgebühr wird das Wegegeld ebenfalls im 5-Miunten-Takt hinzugerechnet. Wird der Arzt aus der Praxis herausgerufen, so beginnt der Weg und damit der Zeitlauf in dem Moment wo er seinen Arbeitsplatz verlässt (nicht erst mit dem Losfahren mit dem Auto). Wird er von zu Hause gerufen, so beginnt dieser „Weg" mit dem Aufstehen vom Tisch bzw. dem Aufstehen aus dem Bett. Das Ende der Wegezeit, ist das Wiedereintreffen direkt am Arbeitsplatz des Arztes bzw. beim Eintreffen in der häuslichen Wohnung.

 

D. Transportbegleitung durch den Arzt in der Ambulanz

Findet eine Transportbegleitung ins Spital durch den Arzt statt, so schliesst das Wegegeld für den Rückweg den Weg vom Spital gegebenenfalls bis zum Fahrzeug des Arztes und von dort aus nach den oben genannten Regeln in die Praxis bzw. die Wohnung ein. 

2. Notfallpauschale

Die Abrechnung der Notfallpauschale bei Notfallpatientinnen und Notfallpatienten verlangt nach TARMED die unverzügliche mittelbare oder unmittelbare Beschäftigung des Arztes mit der Patientin/mit dem Patienten.

Dies bedeutet aber nicht, dass der Arzt die Patientin/den Patienten bereits an der Eingangstüre der Praxis empfangen muss.

Hat er z.B. Kenntnis über die Notfallpatientin/des Notfallpatienten durch einen vorherigen Anruf und erlässt bereits zu diesem Zeitpunkt Anweisungen zur Durchführung von diagnostischen Massnahmen (z.B. Blutbild, EKG o.Ä.) an die MPA, so ist die Vorgabe der unverzüglichen Beschäftigung mit dem Patienten ebenso erfüllt, wie wenn er dieses auf Erscheinen der Patientin/des Patienten in der Praxis macht. Bei einem Notfallhausbesuch ist der sofortige Beginn des Hausbesuches nach den oben genannten Regeln notwendig. Je nach Abgelegenheit des Wohnortes der Patientin/des Patienten, gibt es keine Vorgaben, zu welchem Zeitpunkt der Arzt dann tatsächlich bei der Patientin/beim Patienten eintreffen muss. Bei einem Anruf über eine Notfallnummer an den Arzt, beginnt diese Verpflichtung der sofortigen Ausführung erst mit dem Eingang der Alarmmeldung beim Arzt.

 

3. Kurzkonsultationen/Kurztelefonate

 

Die TARMED sieht ärztliche Handlungen (unabhängig davon ob Telefonat, Konsultation, Besuch oder Arbeiten an Unterlagen der Patientin/des Patienten) in einem 5-Minuten-Takt vor. Dafür gibt es je eine Gebührenziffer (hier für die Konsultation, bei Besuch, Aktenstudium und Telefon sind es gleiche Vorgaben) für die ersten 5 Minuten, welche jeweils nur einmal abgerechnet werden kann (dann für weitere 5 Minuten; diese können entsprechend der Zeitdauer weiter abgerechnet werden sowie für die letzten 5 Minuten).

Beim Hausbesuch, beim Telefonat und bei der Konsultation sind diese letzten 5 Minuten im Gebührensatz erniedrigt, nicht jedoch beim Aktenstudium. Wenn jetzt ein Kurztelefonat von 1 oder 2 Minuten stattgefunden hat oder auch eine Kurzkonsultation von 1 oder 2 Minuten (z.B. Rezeptverschreibung), besteht keine andere Möglichkeit nach TARMED als eine volle 5-Minuten-Konsultation (Telefonat o.Ä.) als Grundpauschale abzurechnen. Dieses mag manchmal als unfair empfunden werden, es ist jedoch eine staatliche Vorgabe vom Bundesamt für Gesundheit, die wir nicht ändern können.

4. Leistungen in Abwesenheit der Patientin/des Patienten

 

Wenn Anfragen von Versicherungen, anderen Leistungsträgern aber auch z.B. Apotheken an den Arzt herangetragen werden, ohne dass die Patientin/der Patient anwesend ist, wird dieses über die „ärztlichen Leistungen in Abwesenheit der Patientin/des Patienten" (sogenanntes Aktenstudium, bezieht sich aber nicht nur auf das Aktenstudium!) abgerechnet.

 

A. Rechnungsvermerk

Wir werden häufig gefragt, warum wir den Grund dieses Gebührenansatzes nicht auf der Rechnung vermerken. Die Rechnungsgestaltung und alle darauf zu machenden Angaben, sind uns vollständig von staatlicher Seite vorgegeben. Wir können hieran keinerlei Änderungen vornehmen (auch unser EDV-Lieferant muss hier die staatlich vorgegebenen Datenmasken verwenden). Hier ist es eben nicht vorgesehen, dass Informationen über einzelne Leistungen an die Patientin/den Patienten weitergegeben werden. Wir würden dieses gerne ändern, es ist uns jedoch nicht möglich. Das TARMED-Formular (und das ist leicht erkennbar) ist einzig darauf optimiert, die elektronische Weiterverarbeitung bei den Krankenversicherern zu unterstützen. Es ist in keiner Weise auf Übersichtlichkeit und Erklärungen für die Patientin/den Patienten selber ausgerichtet.

 

B. Wann wird die Leistung abgerechnet

Die häufigste Anwendung der Gebührenziffer „Leistungen in Abwesenheit der Patientin/des Patienten (z.B. Aktenstudium)" bei uns im Hause, erfolgt beim Eingang von Facharzt- und Spitalberichten und von externen Laborwerten.

 

Zur Abarbeitung eingehender Fremdberichte (Spezialärzte und Spitäler) und des externen Labors gibt es zwei unterschiedliche Philosophien.

 

a) Die eingehenden Berichte und Laborwerte werden ausschliesslich von den MPA/der Verwaltung bei der Patientin/beim Patienten hinterlegt. Der Arzt schaut sie sich erst an, wenn die Patientin/der Patient zu einem neuen Termin zu ihm kommt.

 

b) Beim Eingang der Berichte/der Laborwerte werden diese von einem Arzt gesichtet. Dieser kann dringliche oder auch weniger dringliche Massnahmen, die nach diesem Bericht ergriffen werden müssen (z.B. sofortiges einbestellen der Patientin/des Patienten für Kontrollen) sowie weitere Untersuchungen unverzüglich in die Wege leiten.

 

Wir haben uns in unserem Hause seit vielen Jahren erfolgsbedingt für das zweite System (b) entschieden. Nur so kann aus unserer Sicht verhindert werden, dass dringend notwendige Massnahmen nicht durchgeführt werden, weil z.B. ein Arzt in den Ferien ist. Auch kann nur so sichergestellt werden, dass Sie als Patientin/Patient zügig über die Werte/die Berichte informiert werden.

 

C. Kosten

Auch die Kosten für die Patientin/den Patienten (und damit natürlich für den Krankenversicherer) sind gleich. Wären wir nach System a) vorgegangen, hätte sich der Arzt somit vor oder während der Anwesenheit der Patientin/des Patienten mit dem Bericht länger beschäftigt. Während dem Lesen der Berichte bzw. der Auswertung der Laborwerte, hätte sich die Konsultationszeit verlängert. Im System b) erhält die Patientin/der Patient eine Abrechnung eines Grundblockes (max. 5 Minuten) „ Leistungen in Abwesenheit der Patientin/des Patienten". Da der Grundblock „Leistungen in Abwesenheit der Patientin/des Patienten" genauso hoch bewertet ist wie eine verlängerte Konsultationszeit, ist dieses für die Patientin/den Patienten und für die Kostenträger preislich gleich. Dies erklärt auch die an uns häufig gestellte Frage: Dass bei uns die „ärztliche Leistung in Abwesenheit" häufiger verwendet wird als in manchen anderen Arztpraxen (im statistischen Durchschnitt über alle Arztpraxen stimmt dieses im Übrigen nicht). In den anderen Arztpraxen wird dies der Konsultation zugeschlagen, bei uns wird es - aus unserer Sicht transparenter - extra verrechnet, beides zum gleichen Preis.

5. Nicht Erscheinen der Patientin/des Patienten ohne Terminabsage

 

A) Termin alleine bei den MPA

Keine Verrechnung.

 

B) Normaler Termin beim Arzt (unabhängig von der Dauer)

Verrechnung von 15 Minuten Wartezeit des Arztes. Nach 15 Minuten wird vom Arzt erwartet, dass er sich anderen Tätigkeiten oder einer neuen Patientin/einem neuen Patienten zuwendet.

 

C) Spezialtermine

Für die rein ärztliche Tätigkeit gilt das gleiche wie unter B). Bei Spezialterminen sind jedoch aufwendige Vorbereitungen bereits

erfolgt, gegebenenfalls sind Medikamente aufgezogen und Material breitgestellt worden. Je nach Aufwand der Vorbereitungen wird dieses zusätzlich verrechnet. Bereits aufgezogene Medikamente/Infusionen/Material, das gegebenenfalls nicht direkt weiter verwendet werden kann, wird der Patientin/dem Patienten in Rechnung gestellt.

 

Wir dürfen auch darauf hinweisen, dass wir uns in der Regel kulant zeigen, wenn eine Patientin/ein Patient sich im Nachhinein bei uns meldet und sich dafür entschuldigt, einen Termin (erstmalig) verschlafen/vergessen zu haben. Kann eine Patientin/ein Patient einen effektiven Hindernisgrund nennen (anderweitige Krankheit, Unfall o.Ä.), so nehmen wir selbstverständlich auf entsprechenden Nachweis hin solche Rechnungen zurück. Dieses gilt allerdings nicht für verbrauchtes, nicht mehr weiter verwendbares Material.

 

Ärztezentrum Mutschellen AG (Stand: 25.02.2017)